Julia (25), Mittelschullehrerin aus Bayern.                                                        
Lerngruppe: 6. Klasse
Klassenstärke: 16 Schüler  
Meine Funktion: Referendarin                                                                                    
Fach: Deutsch, Geschichte-Politik-Geographie, katholische Religion                      
Genutzte Tools: Padlet, kahoot!, Microsoft PowerPoint, Stop-Motion Studio,
Google Forms

Ich habe das Glück an einer Schule zu sein, die über eine sehr gute technische Ausstattung verfügt und seit diesem Schuljahr ein paar Ipads ins Haus holen durfte. Die Arbeit mit diesen neuen Geräten wurde anfangs sehr zwiegespalten aufgenommen. Ich selbst vertrete auch die Meinung, dass der Umgang mit neuen Medien in unserer Zeit essenziell ist und den Unterricht immens bereichern kann, jedoch alles in Maßen genutzt werden sollte. Allerdings nutzte uns unsere Ausstattung nichts mehr, als die Schulen Mitte März geschlossen wurden. Die Corona-Krise erforderte neue Lösungsmöglichkeiten, um das Lernen von Zuhause so abwechslungsreich und individuell wie möglich zu gestalten. Dies erforderte anfangs sehr viel Einarbeitungs- und Recherchezeit, jedoch eröffneten sich auf einmal auch ganz neue Lernwege. 

Begonnen habe ich damit ein Padlet mit meiner Mentorin aufzubauen, um den Kindern eine zentrale Anlaufstelle zu bieten, auf der sie neben den normalen Wochenplanarbeiten auch zusätzliche Aufgaben, Multimedia oder Tools zum selbständigen Lernen finden konnten. Padlet agierte hier als digitales Klassenzimmer für das keine Anmeldung seitens der SchülerInnen notwendig war und diese mithilfe der Chatfunktion in den Kontakt mit ihren Lehrerinnen und Klassenkameraden treten, sowie ihre Meinung zu Materialien abgeben konnten. 

Auf dieser Plattform wurden dann ebenso Ergebnisse der Lernenden gesammelt und begutachtet oder Verweise zu anderen Apps hergestellt. Eine davon ist kahoot! mit der sich kleine Quizze erstellen lassen, sowohl von Lehrer- wie von Schülerseite aus. Mithilfe einer Game-Pin können die Kinder dann gegeneinander antreten und so ihr erlerntes Wissen testen. Die Lehrkraft hat im Nachhinein eine zusammenfassende Übersicht über die Bearbeitungszeit sowie Fehlerrate. 

Mithilfe von Microsofts PowerPoint konnte ich einfache Erklärvideos zu komplexen Themen erstellen, die lieber durch einen Lehrervortrag als durch eine Buchseite erklärt werden sollten. Ganz einfach konnte hier eine PowerPoint besprochen und ggf. noch mit Markierungen unterlegt werden. SchülerInnen konnten dann über Padlet Fragen dazu stellen oder sich das Video auch mehrmals anschauen, je nach individuellem Lerntempo.

Die App „Stop Motion Studio“ wurde bereits im Unterricht mithilfe der Ipads ausgetestet und so konnte in der Homeschooling-Phase auf die bereits gemachten Erfahrungen damit zurückgegriffen werden. Stop Motion Studio ermöglicht es aus einer Abfolge von Bildern Gegenstände zum Leben zu erwecken und kleine Filme damit zu gestalten. Ich benutzte dieses Medium zum einen im Deutschunterricht, um selbst erstellte Comics der Kinder mithilfe von Lego- und Playmobilfiguren in Szene zu setzen und so eine mediale Umwandlung zu erreichen und zum anderen im Geschichtsunterricht zum Thema „Mittelalter“. Hier sollten die SchülerInnen ihre Erfahrungen und Erwartungen mit der Thematik kreativ umsetzen, was diesen großen Spaß bereitete. Diese App konnte ich also optimal fächerübergreifend auch in der Corona-Zeit mit den SchülerInnen einsetzen. Abschließend kann ich vor allem für Feedback und Transparenz „Google Forms“ empfehlen, was mir besonders in der Anfangszeit des Homeschoolings sehr aufschlussreiche Ergebnisse geliefert hat, mit denen ich meinen Unterricht verbessern konnte. Mit Google Forms können Umfragen jeglicher Art erstellt werden und so eine Feedbackkultur etabliert werden. Die App, die auch über die Webseite zu erreichen ist, bringt die Möglichkeit mit sich, die Umfrage per Link an alle Lernenden zu teilen, benachrichtigt die Lehrkraft über den Bearbeitungsstatus und schlüsselt die Ergebnisse sehr übersichtlich auf. So hatten auch Eltern die Möglichkeit ihre Meinung oder Verbesserungsvorschläge abzugeben und die Lehrkraft konnte dies in ihr weiteres Vorgehen einspeisen. Ein Tool, welches ich auch im Präsenzunterricht nicht mehr missen möchte. 

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